Kürbis

Auf unserem Hof werden sowohl Speise- als auch Zierkürbisse angebaut. Vor allem die Speisekürbisse erfreuen sich immer größerer Beliebtheit, lassen sich aus Ihnen doch die unterschiedlichsten Gerichte, von herzhaften oder auch pikanten Suppen über Gemüse und Gratins bis hin zu leckeren Desserts, kochen.

Kürbisse werden seit Jahrhunderten auf der ganzen Welt angebaut. Ausgrabungen ergaben, dass schon vor 9000 Jahren in Südamerika Kürbispflanzen vor allem wegen der Kerne angepflanzt wurden.

Kürbisfleisch gilt allgemein als gesund, preiswert und sättigend, Kürbiskerne als öl- und vitaminreich. Der Kürbis wurde aus gutem Grund im Jahr 2005 zur Arzneipflanze des Jahres gewählt. Ebenso haben Kürbisfeste eine lange Tradition. Der Ursprung liegt in Riten von keltischen Druiden am Vorabend von Hallomes, dem Allerheiligenfest am 1. November. Am Abend des 31. Oktober wurden die bösen Geister des alten Jahres mit Feuer und Lärm vertrieben. Das neue Jahr wurde mit Heiterkeit, Vergnügen und gutem Essen begrüßt. Die Feuer wichen im Laufe der Zeit Lampions, die aus Kürbissen geschnitzt wurden. Auch heute noch werden Kürbisse ausgehöhlt, mit Gesichtern versehen und mit einer Kerze beleuchtet, die Fratzen werden vors Haus gestellt und sollen böse Geister vertreiben. Fürs Schnitzen nimmt man am Besten große Halloween-Kürbisse, die mit einem Löffel ausgehöhlt werden. Eine ca. 3 cm dicke Wand sollte stehen bleiben. Das Gesicht wird dann mit einem scharfen, spitzen Messer oder einem Cutter herausgeschnitten. Mit kleineren Kindern lassen sich Kürbisse auch gut bemalen, hierfür eignen sich Edding-Stifte, aber auch Dispersions- oder Fingerfarben. Wichtig ist nur, dass die Kürbisse sauber und trocken sind.

Anbau, Ernte, Lagerung

Eine Kürbispflanze wächst aus einem Kern von ca. 2 cm Größe zu einer Pflanze mit Ranken von mehreren Metern Länge heran, an denen viele Früchte hängen, je nach Sorte von der Größe eines Eis bis hin zu Kürbissen mit bis zu 100 kg Gewicht. Sommerkürbisse werden unreif im August geerntet, Winter- und Zierkürbisse lässt man ausreifen.

Nach der Ernte werden sie gewaschen und für den Verkauf sortiert. Vollreife Früchte besitzen einen eingetrockneten Stiel, die Schale lässt sich nicht eindrücken. Manche Früchte klingen hohl, wenn man gegen ihre Schale klopft. Dies hat jedoch nichts mit dem Reifegrad zu tun sondern mit dem Verhältnis von Hohlraum zu Fruchtfleisch und ist somit sortenabhängig. Auf unserem Hof werden Speise- und Zierkürbisse kultiviert.

Ganze Früchte ohne Druckstellen halten sich mehrere Monate. Aufgeschnittene Kürbisse lassen sich einige Tage im Kühlschrank aufbewahren. Kürbisfleisch lässt sich aber auch gut einfrieren und zu einem späteren Zeitpunkt verwenden. Zierkürbisse sind nicht zum Verzehr geeignet. Wie der Name aber bereits sagt, eignen sie sich hervorragend für eine bunte herbstliche Dekoration in und vor dem Haus.

Ist man sich nicht sicher, ob es sich bei einem Kürbisexemplar um einen Speise- oder Zierkürbis handelt, kann man einfach ein kleines Stück probieren. Schmeckt es bitter, ist der Kürbis nicht zum Verzehr geeignet.

Kürbissorten

Es gibt hunderte verschiedener Sorten innerhalb der Kürbisfamilie, zu der auch Gurken, Zucchini und Melonen gehören. Wir wollen hier exemplarisch nur einige Winterkürbisse (Speisekürbisse) und ihre Verwendung vorstellen. Charakteristisch für den Winterkürbis ist die Hartschaligkeit und Festigkeit im Fleisch. Die Schalen können (außer beim Hokkaido-Kürbis) nicht gegessen werden. Das Kürbisfleisch wird im Topf gekocht oder im Ofen gebacken bis es weich ist und nach Rezept weiterverarbeitet werden kann. Wichtig ist das richtige und kräftige Würzen des eher geschmacksneutralen Kürbisfleisches.

Roter Zentner

Die großen, flachen Früchte sind breit gerippt, orangerot und haben ein mildes, grobfaseriges und sehr wasserhaltiges Fruchtfleisch, das sich gut einkochen und einlegen lässt. Bei der Herstellung von Kürbismus (z.B. für Kuchen) sollte überschüssiges Wasser durch Ausdrücken, evtl. mit Hilfe eines Mulltuches, entfernt werden.

Halloween

Der klassische Halloween-Kürbis ist leuchtend orange mit dunkelgrünem Stiel. Durch die harte, glatte Schale lässt er sich gut aushöhlen oder auch bemalen. Das Fruchtfleisch lässt sich zu einer Suppe, zu Pies, Marmeladen oder auch zu Gemüse weiterverarbeiten, es ist jedoch nicht so schmackhaft wie das Fruchtfleisch anderer Speisekürbisse.

Hokkaido

Die mittelgroßen Hokkaido-Kürbisse mit ihrer kaum gerippten orangefarbenen, festen und glatten Schale zählen zu den beliebtesten Speisekürbissen. Die Schale kann mitgegessen werden, sie lässt sich auch problemlos pürieren. Der Kürbis hat einen hohen Carotingehalt und ein tolles Aroma, dass zu jedem Gericht paßt.

Muscat de Provence

Mittelgroße, flachrunde, gerippte Früchte mit einem intensiv orangerot gefärbten Fruchtfleisch.

Die Kürbisschale ist erst grün und wird während des Reifeprozesses zunehmend orangegrau und bronzefarben. Der Muskat ist sehr fleischig und hat einen hervorragenden, feinen, leicht fruchtigen Geschmack. Er eignet sich besonders gut für Süßspeisen, Desserts und Drinks.

Spaghetti-Kürbis

Die ovalen Spaghetti-Kürbisse sind gelbgrün mit dunklen Streifen und unregelmäßgen Maserungen. Das Fruchtfleisch schmeckt fruchtig bis nussig und lässt sich nach dem Backen in spaghettiähnlichen Fasern herauslösen. Dazu muss der Kürbis entkernt, halbiert und mit Öl eingepinselt bei 180° im Backofen gegart werden. Dazu schmeckt jede Pastasauce. Er eignet sich aber auch gut für Füllungen.

Butternut

Glockenartiger, blassgelb gefärbter Moschuskürbis mit süßem, nussartigem, festen Fruchtfleisch, der sich gut einlagern lässt. Er lässt sich durch die weiche Schale sehr gut schälen und hat einen hohen Fruchtfleischanteil. Saucen erhalten dadurch eine sämige Konsistenz.

Sweet Lightning („Mikrowellenkürbis“)

Tiefgelbe, orange gestreifte Frucht, die sich sehr einfach in der Mikrowelle zubereiten lässt: einfach Kürbis aufschneiden und die Kerne mit einem Löffel herauslösen. Anschließend abgedeckt in der Mikrowelle ca. 5 Minuten garen lassen, salzen und pfeffern. Das Fruchtfleisch kann dann herausgelöffelt werden – einfacher und schneller ist kein Essen zubereitet. Diese Kürbisse lassen sich auch gut füllen und sind sehr geschmackvoll.

Verarbeitung

1. Kürbis teilen

Die großen Kürbisse müssen für die Weiterverarbeitung geteilt und entkernt werden. Ist ein Kürbis halbiert, wird er mit der Schnittfläche aufgelegt und kann in Spalten zerteilt werden. Diese lassen sich dann leicht weiterverarbeiten.

2. Wie wird der Kürbis weich?

Kürbisspalten ungeschält auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech legen und bei ca. 140° ungefähr 40 min backen bis er weich ist. Sind die Spalten kleiner, ist die Garzeit kürzer. Nach dem Auskühlen kann die Schale abgezogen und das Fleisch, je nach Bedarf, püriert werden.

Im Topf kann man Kürbisstücke mit wenig Wasser weich garen. Hierfür muss der Kürbis aber vorher geschält werden. Das überflüssige Wasser wird dann abgegossen, die weichen Kürbisstücke können püriert werden. Für ein einfaches und leckeres Kürbisgericht werden geschälte Kürbisstücke in eine Auflaufform gelegt, mit etwas Öl beträufelt, gesalzt und gepfeffert. Anschließend im Ofen bei ca. 150° 30 – 40 min garen lassen, bis die Stücke weich sind. Die Garzeit ist abhängig von der Größe der einzelnen Stücke. Verfeinern läßt sich das so zubereitete Kürbisgemüse, in dem man gegen Ende der Garzeit klein geschnittenen Schafskäse mitgaren läßt und das Gericht nach dem Garen mit gehackten Nüssen oder Pinienkernen bestreut.

3. Kürbis einfrieren

Das Kürbismus aus dem Backofen kann direkt eingefroren werden. Kürbisstücke können aber auch 1-2 min in kochendem Wasser blanchiert werden, anschließend vor dem Einfrieren abgießen und abkühlen lassen. Es können auch rohe Kürbiswürfel, Stifte oder Raspel eingefroren werden.

Die Verarbeitung eines Kürbisses ist einfacher, als man sich dies vorstellt. Und die vielen Möglichkeiten der Zubereitung, die weit über die Herstellung einer Suppe hinausgehen, lohnen sich, denn das Geschmackserlebnis ist einfach wunderbar. Ausführliche Rezepte finden sich im Rezeptteil auf dieser Hompage.

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